Lord of Berlin Aus dem IT Alltag

31Mar/102

XP Mode vs. VMware Player

Microsoft macht viel Werbung mit dem XP Mode in Windows 7, doch was ist da dran?

Vor einigen Tagen hat Microsoft-Manager Brandon LeBlanc im Windows Blog angekündigt, dass bei den Anforderungen an die Hardware nachgebessert werden wird. Bisher funktionierte der XP Mode nur, wenn der Prozessor Intels VT- oder AMDs V-Technik unterstützte.

In diesem Artikel wird der Windows 7 XP Mode mit dem VMware Player verglichen, um die Praxistauglichkeit zu testen.

XP Mode

Um den Windows 7 XP Mode installieren und betreiben zu können sind einige Vorrausetzungen nötig. Es wird ein Windows 7 Professional oder höher vorrausgesetzt. Bis zum heutigen Tag muss der Prozessor Intels VT- oder AMDs V-Technik unterstützten, damit die Installation funktioniert.

Wenn diese Vorrausetzungen erfüllt sind, kann der XP Mode runtergeladen und installiert werden. Die Installation selbst besteht aus zwei Teilen, dem Virtual PC und dem Windows XP Image (VHD). Nach der Installation ist der virtuelle XP "Rechner" einsatzbereit, es muss nur noch ein Kennwort für den User festgelegt werden und dann gehts los.

Bei der virtuellen Maschine fällt auf, dass es beim Virtual PC kein Support für 3D Grafik gibt, was ein Nachteil sein kann.

Für den Benchmark Test wurde PassMark 7.0 verwendet. Vor dem Benchmark Test sind die System auf den Patch Stand März 2010 gebracht worden. Der Benchmark Test selbst stolpert über die fehlende 3D Grafikunterstützung und lässt den zutreffenden Test aus. Die Leistung des Virtual PC mit XP Mode liegt bei 282.3 Punkten, was nicht besonders viel ist.

VMware Player

Als Vorraussetzung an das Hostsystem, stellt der VMware Player ungefähr die gleichen Anforderungen wie der Virtual PC von Microsoft. Den VMware Player kann man bei VMware.com kostenfrei runterladen.

Nach der Installation ist allerdings ein Reboot notwendig, da einige virtuelle Hardware Geräte, wie z.B. Netzwerkkarten, installiert werden. Es ist mir leider nicht gelungen die VHD vom XP Mode im VMware Player zu verwenden, da das darin enthaltene Windows XP beim Start im VMware Player eine Aktivierung erfordert, die Microsoft verweigert. VMware schreibt aber auf ihrer Webseite, dass sie mit dem XP Mode kompatibel sind:

Windows XP Mode Compatible — Import a Windows XP Mode virtual machine using VMware Player 3.0 and run the virtual machine without being prompted to enter a Windows XP license key. VMware Player enables the Windows XP Mode virtual machine to take advantage of more than one processor, render high-end graphics, integrate seamlessly with Unity, and transfer files easily with drag and drop, and shared folders. VMware Player also has the ability to run concurrently with Windows XP Mode.

Darum wird im VMware Player ein neuer Windows XP Rechner aufgesetzt und auf den gleichen Patch Stand gebracht. In dieser VM lieft der Benchmark Test fehlerfrei durch, da der VMware Player eine virtuelle 3D Grafikkarte mitbringt und somit 3D Grafikunterstützung liefert. Das Windows XP kam im VMware Player auf 489.7 Punkte, was deutlich besser ist als der XP Mode.

Fazit

Die beiden Benchmark Ergebnisse sprechen ja schon für sich, aber es gibt einige Detail, die man bei der Wahl beachten muss.

Der XP Mode hat den Vorteil, dass keine extra Lizenz benötigt wird, da die im Produkt enthalten ist. Genau das ist auch der Grund wieso eine Windows 7 Professional oder höhere Version benötigt wird, da Microsoft nur die Business Kunden damit adressiert. Der VMware Player hingegen darf auf allen Versionen von Windows 7 installiert werden, bedarf aber einer extra Windows XP Lizenz für das XP in der VM.

Der VMware Player hat eine 3D Grafikunterstützung, die im Virtual PC leider fehlt. Beide Virtualisierungssysteme unterstützen die Funktion, die Anwendungen in einem extra Fenster darstellen zu können, ohne das die ganze VM angezeigt werden muss, bei VMware Unity genannt.

Der Test wurde auf einem IBM T60 Notebook durchgeführt, was 651 Punkte im Benchmark erreicht.

Alles in Allem ist der Einsatz solcher Virtualisierungssysteme im Businesseinsatz bei mehr als 10 Endgeräte eher unpraktisch, da der Versaltungsaufwand für die virtualisierten XP Systeme sehr groß und auch diese Systeme pflege und Updates benötigen. Da sie nicht permanent laufen und teilweise auch nicht mehr abgeschaltet werden müssen, sondern nur angehalten werden, ist die Pflege nur manuell möglich. Im Businessbereich sollte man sich eher über eine zentralisierte und managebare Lösung gedanken machen.

19Mar/100

Aus 2x 2GB RAM werden 3GB

Notebooks wurden und werden seit bestimmt gut vier Jahren mit Hardware-Architekturen gebaut und verkauft, die in den allermeisten Fällen bis zu 4 Gigabyte Arbeitsspeicher zulassen. Das wird dem Käufer zumindest erzählt. Meistens sind nur 1 GB bis 2 GB verbaut, aber aufrüstbar sind die meisten angeblich bis zu 4 GB.

Bisher reichten mir die 1 GB in meinem IBM/Lenovo T60 auch - allerdings fand ich die Verwendung von Windows 7 als 64bit-Version ganz interessant. Und da ein 64bit-OS auch mehr als 3,5 GB adressieren kann, habe ich den aktuellen Preisverfall genutzt und mir spontan 4 GB reingesteckt.

Was ich hätte bleiben lassen können. Im Bios noch als 4 GB erkannt, war mit Windows und Ubuntu Linux dann plötzlich Schluss mit lustig. 3070 MB - mehr war nicht rauszuholen.

Der Hersteller meines Geräts gibt, da habe ich mich nicht getäuscht, offiziell im Datenblatt und auch noch einmal gesondert "up to 4 GB" an. Um auf Nummer Sicher zu gehen habe ich dann auch nochmal die Hotline bemüht - Aussage: muss funktionieren, wenn nicht ist Microsoft schuld. *super*

Aufklärung brachte dann folgendes Posting in einem Forum:

"Maximum memory capacity may require the replacement of standard component with largest supported component available. On ThinkPad systems with an Intel 945GM, 945PM, GM965, or PM965 chipset, even though it is possible to physically install 4GB of memory, the actual amount of memory addressable by an operating system will be limited to 3GB. This limitation does not exist with the Intel GM965 and PM965 with the 64-bit operating systems Windows XP Professional 64-bit and Windows Vista 64-bit Editions."

Auf Deutsch: es ist abhängig vom verwendeten Chipsatz. Da meins einen aus der ersten Auflistung enthält, war der Ofen damit aus.

Das betrifft übrigens nicht nur IBM/Lenovo, sondern z.B. auch HP und sogar MacBooks, die hier ebenfalls bewusst oder unbewusst mit falschen Aussagen werben. Erst bei neueren Modellen wird auf den Missstand hingewiesen (aber erst im vorletzten Absatz des "Kleingedruckten").

Also auch bei aktuellen Modellen lieber zweimal hinschauen.